Enge Kooperation ist nötig

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Heute 08:00:00
Rotenburg. 

(r/ww). Fachleute aus der gesamten Bundesrepublik trafen sich zum vierten Psychologischen Symposium in Rotenburg. Eingeladen hatte der Bereich Psychologie der Rotenburger Werke. Das Programm hatte "die Reflexion der ethischen Grundlagen des praktischen Alltagshandelns in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung“ zum Ziel.



Im Haus Niedersachsen startete die Veranstaltung mit einem Vortag zur Vereinbarkeit von Selbstbestimmung und Ökonomisierung, den Professor Dr. Markus Dederich von der Universität Köln hielt. Er problematisierte den Einfluss der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Förderung. Da mit keinem objektives Maß bestimmt werden könne, wann die Förderung eines Menschen mit geistiger Behinderung genügend ausgestaltet worden sei, schlug der Beitrag eine Brücke zum abschließenden Vortrag.

Zum Verhältnis von Selbstbestimmung und Sorge referierte Diplom-Psychologe Dr. Michael Wunder. Er beleuchtet den dynamischen Einfluss von psychologischen Faktoren und Gewissensentscheidungen, in dem Klienten und ihre Helfer alltäglich stehen. Als Leiter des Beratungszentrums der Evangelischen Stiftung Alsterdorf Hamburg und Mitglied im Deutschen Ethikrat konnte er anschaulich die theoretischen Ausführungen in ihrer Auswirkung auf die Praxis darstellen.

Zu den Möglichkeiten und Grenzen der Selbstbestimmung bei Menschen mit hohem Hilfebedarf sprach Dr. Monika Seifert, Vorsitzende der Deutschen Heilpädagogischen Gesellschaft. Bei diesen Personen treffe im besonderen Maße zu, dass oft nur ein großer Aufwand an besonders geschultem Personal und weiteren kostenintensiven Faktoren einen Rahmen herstellen könnten, in dem Selbstbestimmung möglich werde.

Alle Themen des Tages wurden von den Teilnehmenden interessiert aufgenommen. In den anschließenden Diskussionen der Workshops, die von den Vortragenden geleitet wurden, konnten die Themen vertieft werden. Aus den Beiträgen ließ sich deutlich ermessen, wie differenziert und vielfältig heute die relevanten Aufgabenstellungen rund um die Betreuung von Menschen mit Behinderung sind.

Fazit: Eine enge Kooperation der fachlich, ethisch, politisch und wirtschaftlich verantwortlichen Stellen sei notwendig, damit die Rahmenbedingungen für die Selbstbestimmung von Menschen mit geistiger Behinderung gerade in Zeiten knapper Kassen verbessert werden könnten.
© Rotenburger Rundschau GmbH Co. KG
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